Was ist der Unterschied zwischen Tricking, Turnen, Parkour & Freerunning?
Tricking, Turnen, Parkour und Freerunning – was ist da eigentlich der Unterschied?
Kurz zusammengefasst: Tricking kombiniert Saltos, Kicks und kreative Bewegungen und findet meist auf flachem Boden statt. Parkour nutzt die Umgebung kreativ, um Bewegungen, Sprünge und Saltos flüssig miteinander zu verbinden – oft auf Mauern, Stangen und anderen Hindernissen. Im Turnen liegt der Fokus auf Präzision und Perfektion: Jede Übung soll technisch möglichst sauber ausgeführt werden.
Tricking
Tricking ist eine recht junge, kreative Sportart, in der Saltos, Kicks & akrobatische Tricks auf flachem Boden ausgeführt werden.
Sie entstand ursprünglich aus der Kampfkunst. Über die Zeit hinweg begannen Kampfkünstler, vorwiegend aus Taekwondo, mehr spektakuläre Kicks und akrobatische Elemente in ihre Show-Routinen einzubauen.
Beim Tricking geht es darum, Saltos, Kicks & Tricks zu lernen und diese ästhetisch miteinander zu verbinden. Das Resultat ist eine sogenannte „Combo“.
Daraus entwickelte sich in den 1990er und frühen 2000er Jahren eine eigene Sportart,
die sich zunächst „Extreme Martial Arts (XMA)“ nannte. Es war eine sehr kleine Randsportart,
die vor allem auf Federboden, Matten oder Gras ausgeübt wurde. Durch die Entwicklung des Internets
konnten sich Sportler austauschen, Tutorials, Trainingstipps und Videos teilen. Dies führte zum Wachstum der Sportart.
Heutzutage ist Tricking - wenn auch deutlich populärer - immer noch eine Randsportart.
Spezifische Trainingshallen („Tricking-Gyms“) gibt es weltweit nur eine Handvoll.
Meistens wird Tricking in Turnhallen ausgeübt, da sich diese dafür sehr gut eignen.
YouTube: „Was ist Tricking?“
Turnen
Turnen ist eine etablierte, stark strukturierte Sportart, bei der Kraft, Beweglichkeit, Körperkontrolle und Technik im Vordergrund stehen.
Im Gegensatz zu Tricking ist Turnen stark regelbasiert. Bewegungen haben eine klar vorgegebene Technik und Form, die möglichst präzise eingehalten werden muss.
Wettkämpfe folgen einem festen Bewertungssystem: Schwierigkeit + Ausführung, mit Abzügen für Schritte, unsaubere Linien oder Instabilität.
Dem Tricking am ähnlichsten ist vor allem das Bodenturnen. Hier werden unterschiedlichste Saltos und akrobatische Elemente auf einem Federboden vorgeführt. Einige dieser Elemente finden sich auch im Tricking wieder.
Kreativität spielt im Turnen zwar eine Rolle, ist aber im Vergleich zu Tricking oder Parkour klar begrenzt.
Der Fokus liegt auf Kontrolle, Präzision und Konstanz.
Genau diese Struktur macht Turnen zu einer extrem anspruchsvollen und athletischen Sportart
– und zu einer sehr guten Grundlage für viele andere Bewegungsformen.
Parkour & Freerunning
Parkour ist ebenfalls eine recht junge Sportart, jedoch deutlich breiter bekannt als Tricking. Parkour als Sportart wurde von David Belle in den 1990ern etabliert.
Bei Parkour geht es darum, die Umgebung kreativ zu nutzen und Bewegungen, Sprünge und Saltos flüssig miteinander zu verbinden – oft auf Mauern, Stangen und anderen Hindernissen. Spalten, Stangen, Mauern, Dächer etc. werden nicht umgangen, sondern kreativ in die Bewegung eingebaut.
Früher wurde ein kreativer, mehr auf Saltos und Flow konzentrierter Stil oft als "Freerunning" bezeichnet. Heute wird alles under dem Dachbegriff "Parkour" betitelt. Dafür teilt sich Parkour im Wettkampf in die Kategorien Style, Speed und Skill.
Bei Style liegt der Fokus darauf, die Umgebung möglichst kreativ zu nutzen um möglichst beeindruckende Sprünge, Saltos & sportliche Maneuver flüssig miteinander zu verbinden.
In Speed Competitions ist das Ziel, so schnell wie möglich einen vorgegebenen Hindernislauf zu bewältigen.
In einer Skill Competition werden einzelne Challenges vorgegeben. Diese muss man (meist mit einer limitierten Anzahl an Versuchen) bewältigen und sammelt damit Punkte.
Parkour hebt sich vor allem durch Vielfältigkeit und Herausforderung ab. Jeder Spot ist anders und verlangt von dem Athleten, sich daran anzupassen.